Symbolbild: Keystone
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  • Nathan Leuenberger / barfi
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Internet ab dem Kindergarten: Basel rüstet Schulen Schritt für Schritt mit WLAN aus

Der Lehrplan 21 verlangt es, der Kanton leistet Folge: Unsere Kinder sollen mit dem Fach «Medien und Informatik» zukunftstauglich werden. Basel-Stadt installiert deshalb für Schüler und Lehrer modernste WLAN-Technologie in den Schulhäusern.

Das Internet ist mobil, WLAN mittlerweile fast überall verfügbar. Wer auf dem Smartphone die Funkinternetverbindung einschaltet, wird innert Kürze mit privaten, jedoch meist codierten, Netzwerken aus der näheren Umgebung überflutet – egal ob vom Café, vom Schuhladen oder von der Stadtwohnung aus. Das soll jetzt auch in Schulen so werden: Derzeit laufen in Basel-Stadt Bestrebungen, Schulhäuser flächendeckend mit einer WLAN-Versorgung für Schüler und Lehrkörper auszustatten.

Die Internetkenntnisse werden künftig viel Platz im Schulsack beanspruchen: Der Lehrplan 21 setzt auf das Modul «Medien und Informatik», welches sich vertieft mit den Themen der digitalen Kommunikation auseinandersetzt. Erinnerungen an die gute alte «Schreibmaschinen» und die groben Informatik-Kenntnissen von früher verblassen schnell. Man mag es hassen, leugnen, akzeptieren, oder lieben: Das früher so verpönte Internet, gehört heute zur unabdingbaren Allgemeinbildung. Dies gilt auch für ältere und alte Semester.

Das Fach «Medien und Informatik» wird nun bereits ab der Kindergartenstufe unterrichtet. Dafür ist aber auch die entsprechende Infrastruktur notwendig. Und die kommt jetzt endlich: «Wenn wir ein Schulhaus sanieren, stellen wir derzeit immer auch gleich sicher, dass sämtliche Zimmer verkabelt sind, Internetanschlüsse bestehen und was dazugehört», sagt Simon Thiriet, Kommunikationsleiter des Basler Erziehungsdepartements, gegenüber barfi.ch.

An zwei Schulstandorten würde momentan bereits ein Pilotversuch durchgeführt, an denen flächendeckendes WLAN angeboten wird. Und damit nicht genug: «Wir haben schon jetzt an allen Standorten flexibel einsetzbare, je nach Bedarf einfach zu versetzende Access-Points», so Thiriet.

Lehrer kontrollieren den Zugriff

Klar ist: Ohne mobiles Internet geht gar nichts mehr – auch nicht in den Schulen. Dies bekräftigt der Grünen-Politiker Michael Wüthrich als Gymnasiallehrer und IT-Architekt im Grossen Rat immer wieder. «Es ist definitiv besser, ein WLAN in der Schule zu haben, als wenn die Schüler übers Mobilfunknetz agieren», so Wüthrich. So sei allein schon die Strahlenbelastung durch die vielen Mobilfunkverbindungen um einiges niedriger. Im Leonhardsgymnasium, wo Wüthrich unterrichtet, haben Lehrer die Kontrolle darüber, wann sie das drahtlose Netzwerk freigeben und wann nicht – so laute auch die Weisung des Erziehungsdepartements. 

«Ich habe vor Kurzem in der Klasse nachgefragt und fast alle hatten ein Notebook zuhause. Wenn die Schüler wollen, können sie dieses auch in den Unterricht mitbringen und benutzen, wenn das angebracht ist», sagt Wüthrich. Allzu oft sei das allerdings nicht der Fall, meist wird immer noch klassisch unterrichtet, also ohne Unterstützung durch technisches Gerät. Und schliesslich haben immer noch die Lehrer das Sagen, wann das Smartphone eingeschaltet werden darf und wann es zur Seite gelegt werden muss.

Wüthrich sagt, man finde hundert Gründe für und gegen den Gebrauch der sogenannten «mobile devices» im Unterricht; die Debatte sei noch lange nicht fertig geführt. So hatte Basel bereits vor einiger Zeit Probeklassen mit iPads ausgestattet, «doch in das Projekt wurde dann nicht weiter investiert. Der Nutzen war noch zu gering», so Wüthrich. 

Noch nicht ganz im Griff: Basels öffentliche Internetverbindungen

WLAN ist in unserer Stadt nach wie vor eine verzwickte Sache. So hat Basel Tourismus zwar einen Zugang zu einem gut abgedeckten Stadtnetzwerk eingerichtet, der allerdings nur Besuchern vorbehalten ist. Politiker wie Patrick Huber von der CVP hatten sich schon mehrmals dafür eingesetzt, dass auch Bebbi künftig gratis in der Rheinstadt surfen dürfen.

«Grundsätzlich befürworten wir jeglichen Ausbau der öffentlichen WLAN-Netze im Kanton – besonders Bildungseinrichtungen, wo ein Internetzugang unerlässlich ist», sagt Huber gegenüber barfi,ch. Jedoch sei es seiner Ansicht nach günstiger und schlauer in der Innenstadt ein grosses, öffentliches WLAN einzurichten. Dann müsse nur ein einziges, gewaltigs Netz unterhalten werden anstatt mehrere aufwändige kleine Netze in den jeweiligen Bildungseinrichtungen.

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