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Analysten erachten Übernahmepläne von Nestlé durchwegs als sinnvoll

Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé hat am Dienstag die Übernahme des kanadischen Unternehmens Atrium Innovations angekündigt. Am Mittwoch quittierte dies die Börse mit Kursgewinnen bei der Nestlé-Aktie. Auch Analysten reagieren positiv auf die Übernahme.

Die Bank Vontobel schreibt beispielsweise, dass der neue Nestlé-Chef Mark Schneider, seinen Fahrplan weiterhin "in hohem Tempo umsetze". Die Übernahme von ausgewählten wachstumsstarken Produktkategorien wie die von Atrium seien daher keine Überraschung. Aufgrund des "intelligenten Schritts" in Nordamerika sei mit einem Anstieg beim Wachstum zu rechnen.

Bei Handelsschluss am Mittwoch lagen die Nestlé-Aktien mit 1,2 Prozent im Plus. Zwischenzeitlich haben sie gar das Allzeithoch von 86,40 gestreift. Im bisherigen Jahresverlauf steht das Papier damit gut 16 Prozent im Plus. Der SMI schliesst derweil mit einem Plus von 0,23 Prozent.

Den Zukauf im Bereich Consumer Healthcare lässt sich Nestlé 2,3 Milliarden US-Dollar kosten. Die Zürcher Kantonalbank ZKB bezeichnet die Übernahme als "nicht billig, aber üblich in diesem Sektor", zumal Atrium in den vergangenen Jahren zweistellig gewachsen sei. Sie passe in die Strategie des Unternehmens.

Weitere Zukäufe und Rückenwind

Die Investmentbank Kepler Chevreux erwartet eine positive Reaktion der Investoren, trotz des Preises und der Mitübernahme von geschätzten 500 Millionen US-Dollar Schulden. Sie rechnet mit weiteren Zukäufen und weiterem währungsbedingten Rückenwind.

Atrium Innovations, das Unternehmen mit Sitz im kanadischen Quebec, ist in den Bereichen Pharma, Kosmetik und Ernährung tätig und dürfte im laufenden Jahr einen Umsatz von fast 700 Millionen Dollar erzielen. Es stellt unter anderem Nahrungsergänzungsmittel für Kinder, alte Menschen, dicke Menschen, oder Menschen mit Magen-Darm-Problemen her.

Das traditionelle Nestlé-Kerngeschäft mit Nahrungsmitteln, Fertigprodukten und Getränken ist indes nicht mehr so schwungvoll wie früher. Viele Konsumenten setzen zunehmend auf frische Nahrungsmittel und machen einen Bogen um Fertigprodukte.

Die Akquisition soll im ersten Quartal 2018 abgeschlossen werden, wenn die zuständigen Behörden zugestimmt hat. Grössere Integrationskosten erwartet Nestlé durch die Transaktion nicht.