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Chemie- und Pharmaindustrie kurbeln Schweizer Exporte an

Die Chemie- und Pharmaindustrie haben sich im Februar einmal mehr als Zugpferde des Schweizer Aussenhandels erwiesen. Mit einem Exportanstieg von 4 Prozent oder 328 Millionen Franken machten sie die weiterhin rückläufigen Ausfuhren von Uhren und Schmuck mehr als wett.

Die Exporte wären ohne Chemie- und Pharmaindustrie um 2 Prozent zurückgegangen, wie die Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) am Dienstag mitteilte. Einen positiven Beitrag leisteten die Exporte von Metallen mit einem Plus von 10 Prozent oder 97 Millionen Franken. Sie erreichten damit einen neuen Höchststand seit mehr als sechs Jahren.

Die Sparte Maschinen und Elektronik steigerte ihre Exporte um 3 Prozent. Hier nahm die Auslandsnachfrage nach Textilmaschinen um 16 Prozent sowie jene nach elektrischen und elektronischen Artikeln um 6 Prozent zu.

Anhaltender Abwärtstrend bei Uhrenexporten

Dagegen kam der Abwärtstrend in der Uhrenbranche auch im Februar nicht zu Stillstand. Gemäss den Zahlen der Oberzolldirektion sanken die Uhrenexporte im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6 Prozent oder 103 Millionen Franken. Noch stärker belastete der Einbruch von Bijouterie- und Juwelierwaren, deren Nachfrage um 21 Prozent oder 223 Millionen Franken nachliess, die Gesamtexporte.

Insgesamt stiegen die Ausfuhren aus der Schweiz im Februar um 0,9 Prozent. Mit dem Vormonat (saisonbereinigt) verglichen, gingen sie indes um 2,5 Prozent zurück. Damit habe sich der seit Monaten registrierte Wachstumstrend gleichwohl fortgesetzt, wenn auch abgeflacht, schreibt die Oberzolldirektion.

Mit Ausnahme von Afrika und Nordamerika konnte die Schweiz ihre Exporte in alle Kontinente erhöhen. Die Ausfuhren in die USA sanken um 7 Prozent. Um je 2 Prozent stiegen die Ausfuhren nach Asien und Europa. Die Zunahme der Nachfrage aus Asiens ist unter anderem auf die Mehrexporte nach Südkorea und China zurückzuführen.

Diesen standen rückläufige Exporte nach Katar und Saudiarabien gegenüber. In Europa gingen mehr Waren, vorwiegend Pharmaprodukte, nach Belgien, Deutschland und Österreich. Hingegen verringerten sich die Lieferungen in die Niederlande und nach Spanien.

Importe wachsen dynamischer

Die Importe legten im Februar stärker zu als die Exporte. Sie erhöhten sich innert Jahresfrist um 5,4 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat (saisonbereinigt) stiegen sie um 2,9 Prozent. Somit erreichten sie den höchsten Stand der letzten vier Monate.

Am schwungvollsten wuchsen die Importe der drei Warengruppen Energieträger, Chemie und Pharma sowie Fahrzeuge. Zusammen sind diese für einen Anstieg der Einfuhren um 1,1 Milliarden Franken verantwortlich.

Der Anstieg bei den Energieträgern (plus 38 Prozent) ist hauptsächlich preisbedingt. Die gestiegenen Importe bei den Fahrzeuge um über 33 Prozent oder 448 Millionen Franken sind auf die Einfuhr von drei Verkehrsflugzeugen zurückzuführen.

Nach Regionen betrachtet entwickelten sich die Importe aus Nordamerika (plus 32 Prozent) vor allem wegen der Flugzeugimporte am dynamischsten. Aus Europa wurde 5 Prozent mehr importiert, aus Asien hingegen 7 Prozent weniger.

Die Handelsbilanz schloss im Februar mit einem Überschuss von 3,3 Milliarden Franken. In absoluten Zahlen werden die Importe mit 13,9 Milliarden Franken angegeben und die Exporte mit 17,0 Milliarden Franken.