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Schweiz 2016 weniger abhängig von Erdöl

Weil Autos immer effizienter werden, ist der Benzinverbrauch letztes Jahr erneut gesunken. Der Heizölverbrauch schrumpfte sogar um einen Fünftel - trotz mehr Heiztagen. Grund ist die Erhöhung der CO2-Abgabe auf Brennstoffen. Zugelegt haben Diesel und Flugpetrol.

Autofahrer in der Schweiz müssen dank ökologischeren Fahrzeugen immer weniger Benzin tanken. Der Absatz von Benzin ging 2016 gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent auf 2,44 Millionen Tonnen zurück, wie die Erdöl-Vereinigung am Dienstag mitteilte.

Da immer mehr Dieselpersonenwagen eingeschrieben werden, legte der Dieselölabsatz um 2,3 Prozent auf 2,7 Millionen Tonnen zu. Laut der Erdöl-Vereinigung hat sich die Abgasaffäre letztes Jahr in der Schweiz noch nicht auf den Dieselabsatz ausgewirkt.

Die Passagierrekorde an den Flughäfen Zürich und Genf beflügelten die Flugpetrolverkäufe. Der Flugpetrolabsatz stieg um 4,7 Prozent auf 1,7 Millionen Tonnen.

Der Geschäftsführer der Eröl-Vereinigung, Roland Bilang, hebt in der Mitteilung hervor: Den Treibstoffen würden immer mehr Biotreibstoffe beigemischt, der Anteil am gesamten Benzin- und Dieselabsatz betrage 1,9 Prozent. Bilang erklärt diese Verdoppelung im letzten Jahr mit der CO2-Kompensationspflicht für Treibstoffimporteure.

Auswirkungen hat die Klimapolitik auch auf den Heizöl-Absatz. Der Rückgang von 18,7 Prozent auf 2,59 Millionen Tonnen sei auf die Erhöhung der CO2-Abgabe auf Brennstoffen zurückzuführen, schreibt die Erdöl-Vereinigung. Dieser Effekt war stärker als die Zunahme der Heiztage um 6,7 Prozent. Im Wissen um die anstehende Teuerung hätten sich die Konsumenten per Ende 2015 gut eingedeckt: Der Tankfüllgrad lag bei 60,4 Prozent, verglichen mit noch 52,9 Prozent Ende letzten Jahres.

Das Total der verkauften Erdölprodukte lag bei 10 Millionen Tonnen (-5 Prozent).