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Staatsanwaltschaft nimmt BMW wegen Schummelvorwürfen ins Visier

Die Vorwürfe gegen BMW wegen möglicher Abgastricksereien haben die Ermittler auf den Plan gerufen. Die Münchner Staatsanwaltschaft teilte am Mittwoch mit, sie habe "aufgrund der Berichterstattung ein Vorprüfungsverfahren eingeleitet".

Für Schlagzeilen sorgt seit Wochenbeginn die Deutsche Umwelthilfe (DUH), die in einem Dieselfahrzeug von BMW Anhaltspunkte für eine unzulässige Abschalteinrichtung geunden haben will. Der Autobauer wies diese Vorhaltung zurück.

Der Verband setzte durch, dass das Kraftfahrtbundesamt seinen Vorwürfen nachgeht. Die Münchner Staatsanwaltschaft prüft nach eigenen Angaben, ob genügend Verdachtsmomente vorliegen, um ein Ermittlungsverfahren einzuleiten.

Ein BMW-Sprecher sagte, der Konzern sei "nach wie vor zu 100 Prozent überzeugt", dass das von der DUH getestete Fahrzeug allen Anforderungen entspreche. Über das Vorprüfungsverfahren hatte zuvor die Agentur Bloomberg berichtet.

Die Umwelthilfe, die sich im VW-Dieselskandal und im Kampf gegen Dieselabgase in Städten engagiert, hatte die Abgaswerte eines BMW 320d (Euro 6 Norm) im realen Betrieb auf der Strasse messen lassen und dabei deutliche Schwankungen festgestellt.

Während das Fahrzeug laut DUH auf dem Prüfstand den Stickoxid (NOx)-Grenzwert einhielt, waren die Emissionen auf der Strasse um das bis zu 7,2-fache höher. Ursache für diese Werte sei vor allem, dass die Abgasrückführung unter bestimmten Bedingungen teilweise praktisch abgeschaltet werde.

BMW hielt dagegen, in dem Test seien bewusst untypische Fahrweisen im Randbereich erzwungen worden, um "plakative Emissionswerte" zu konstruieren. Der Autobauer kündigte an, sich gegen "falsche Berichterstattung" mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu wehren.

Ob die Münchner juristisch gegen die DUH vorgehen, blieb zunächst offen. Der BMW-Sprecher sagte lediglich, der Konzern prüfe derzeit seine Möglichkeiten.