Bild: Screenshot Webseite Eduwo
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Neue Plattform soll bei der Studienwahl in der Schweiz helfen

Eine neue Online-Plattform soll Studieninteressierte bei der Wahl des Fachs und der geeigneten Hochschule unterstützen. Das frisch gestartete Projekt will auf seriöse Erfahrungsberichte von Studierenden setzen.

Internationale Ranglisten für Hochschulen gibt es viele. Allerdings kommen darin nicht alle Schweizer Hochschulen, Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen vor, kritisieren vier Master-Absolventen der Fachhochschule St. Gallen und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW.

Ausserdem seien diese Rankings für die Studienwahl nicht hilfreich, weil sie mit ihren Bewertungskriterien wie der Anzahl der Publikationen ein für Studienanfänger sehr abstraktes Bild zeichnen.

Konkreter und mehr auf die für zukünftige Studierende wichtigen Aspekte fokussiert soll die neue Plattform Eduwo die Studienwahl unterstützen.

Weil Studieninteressierte persönlichen Erfahrungsberichtenen aus dem Bekanntenkreis eine hohe Bedeutung beimessen, sich der Grossteil aber übers Internet informiert, setzen die vier Eduwo-Entwickler nach eigenen Angaben auf persönliche Beurteilung durch aktuelle oder ehemalige Studierende.

Kein Professoren-Bashing

Diese Erfahrungsberichte würden geprüft, um persönlichkeitsverletzende oder rufschädigende Kommentare zu einzelnen Lehrpersonen herauszufiltern, teilten sie am Mittwoch mit. "Professoren-Bashing" sei tabu.

Beurteilt werden beispielsweise Organisation und Ausstattung der Schule, Dozierende allgemein, sowie der Lehrinhalt. Dazu ist eine Texteingabe mit persönlichem Kommentar möglich und erwünscht.

Seit Herbst 2016 haben die vier Eduwo-Gründer über 1000 Erfahrungsberichte gesammelt und diese auf die Plattform, die Mitte März online ging gestellt.

Entsprechend finden Interessierte darauf erst relativ wenige Bewertungen, wenn es darum geht, für ihr Wunschfach die passende Hochschule zu finden. Grösstenteils gibt es für ein bestimmtes Studienfach an einer bestimmten Hochschule erst ein oder zwei Bewertungen.

Pro Tag kommen derzeit 10 bis 20 neue Beurteilungen dazu, sagte Raphael Tobler, einer der Eduwo-Gründer, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Das Ziel sei, möglichst bald fünf bis zehn oder mehr Bewertungen pro Fach und Institution zu generieren, um den Interessierten ein objektiveres Bild zu vermitteln.

Standards für interne Befragungen fehlen

"Wir würden auch gerne die Ergebnisse aus den internen Studierendenbefragungen der Hochschulen integrieren, allerdings finden diese bisher nicht nach einheitlichen Standards statt", so Tobler.

Die langfristige Hoffnung wäre, auch die internen Befragungen der Institutionen so zu vereinheitlichen, dass die Resultate vergleichbar werden. Die Hochschulen hätten aber bereits die Möglichkeit, ihre Ergebnisse bei Eduwo einzureichen, wenn ihre eigene Evaluation zu anderen Resultaten kommt als die Bewertung auf der Online-Plattform, sagte Tobler. "Die Quelle wird dann aber gekennzeichnet."