Der Entwicklung des SwissCube lieferte 2009 die Grundlage für die Software, die jetzt auch in anderen Mini-Satelliten zum Einsatz kommt. (Archivbild)
Der Entwicklung des SwissCube lieferte 2009 die Grundlage für die Software, die jetzt auch in anderen Mini-Satelliten zum Einsatz kommt. (Archivbild)
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Software der ETH Lausanne steuert Mini-Satelliten im All

Rund 30 Mini-Satelliten, sogenannte "CubeSats", sind diese Woche von der internationalen Weltraumstation ISS aus losgeschickt worden. Acht von ihnen werden von einer Software gesteuert, welche die ETH Lausanne (EPFL) entwickelt hat.

Die Würfelsatelliten sollen seit Montag auf einer Höhe von 100 bis 600 Kilometer die oberste Schicht der Atmosphäre, die sogenannte Thermosphäre, beobachten und messen, wie die EPFL am Samstag mitteilte. An dem europäischen Forschungsprogramm QB50 nehmen 23 Länder teil.

Vor mehr als sieben Jahren hatte die EPFL ihren eigenen Mini-Satelliten, den von Studenten entwickelten "SwissCube", ins All geschickt. Das Objekt mit einer Seitenlänge von nur 10 Zentimetern und einem Gewicht von 820 Gramm sollte im All das Phänomen des Nachthimmelleuchtens beobachten und aufzeichnen.

Im Zusammenhang mit dem Swisscube-Projekt entwickelte die EPFL die Software zur Kontrolle der Mini-Satelliten, das Satellite Control System (SCS). Dieses sei speziell leicht und robust, sagte Muriel Richard von der zuständigen Abteilung der EPFL (eSpace). Mit SCS können Informationen an die CubeSats codiert und zu genau dem Zeitpunkt abgeschickt und empfangen werden, wenn der Satellit die Basisstation überfliege.

Acht Organisationen aus sieben Ländern (Türkei, Taiwan, Südkorea, Spanien, Ukraine und China) vertrauen auf die Schweizer Technologie und haben die EPFL-Software für die ihre CubeSats angepasst. Richard zeigte sich sehr erfreut über den Einsatz. Das zeige, dass die Software dereinst auch zur Kontrolle von grösseren Satelliten eingesetzt werden könnte.