Automobilsalon in Genf vom 8. -  18. März 2018. ©keystone
Automobilsalon in Genf vom 8. - 18. März 2018. ©keystone
  • mm comparis / barfi
  • Aktualisiert am

Trotz Dieselmanipulationen und Tierversuchen: Schweizer stehen hinter der Autobranche

Dieselmanipulationen und Tierversuche lassen die Schweizer kalt: 80 Prozent finden die Autobranche mindestens genauso sympathisch wie im Vorjahr. Jeder Zweite begeistert sich auch für den Genfer Autosalon. Das zeigt eine Umfrage von comparis.ch.

Nach den Schlagzeilen über Dieselmanipulationen kamen diesen Winter auch Tierversuche für die Abgasmessung ans Tageslicht. Eine repräsentative Befragung des Internet-Vergleichsdienstes comparis.ch zeigt nun: Die Schweizer lässt das kalt. Sie stehen nach wie vor hinter der Autoindustrie.

80 Prozent lassen die Negativmeldungen kalt 

80 Prozent der Umfrageteilnehmer geben explizit an, nicht von den Negativmeldungen beeinflusst zu sein: 62 Prozent vertrauen der Autoindustrie heute genauso stark wie im Vorjahr. Bei 18 Prozent hat die Branche im letzten Jahr gegenüber 2016 sogar an Sympathie zugelegt. Gründe sind gleichermassen die Innovationen der Hersteller sowie die neuen Automodelle.

Grundsätzlich haben die Schweizerinnen und Schweizer eine positive Haltung gegenüber Autos. So finden 44 Prozent der Befragten die Automobilbranche sympathisch bis sehr sympathisch. Bei 27 Prozent der Befragten lösen Autos positive Gefühle aus oder sind für sie sogar ein Statussymbol. Nur 1,3 Prozent nennen explizit negative Gefühle gegenüber Autos.

Nur bei jedem Fünften hat im letzten Jahr das Vertrauen in die Autoindustrie gelitten. Als Hauptgrund nennen die Befragten dabei die seit 2016 aufgedeckten Abgasmanipulationen. Die Tierversuche werden nur halb so häufig als Grund für den Stimmungswandel genannt.

Vier Fünftel der Schweizer glauben an den Genfer Autosalon

Das Vertrauen zum Auto schlägt sich auch in der Haltung gegenüber dem heute startenden Genfer Autosalon nieder. Jeder zweite Schweizer findet das Branchentreffen positiv oder begeistert sich sogar für den Autosalon. Vier Fünftel der Umfrageteilnehmer sind davon überzeugt, dass es den Mega-Event auch in zehn Jahren noch geben wird.

Laut Harry H. Meier, Mobilitätsexperte von comparis.ch ist klar, dass die Konsumenten stark differenzieren zwischen den Negativmeldungen und dem tatsächlichen Kaufentscheid: «Der Anteil der neu zugelassenen Dieselautos ist im vergangenen Jahr zwar zurückgegangen. Der Autokauf per se wird aber nicht in Frage gestellt. Die Verkaufszahlen von Neuwagen in der Schweiz bewegen sich stabil bei über 300’000 Fahrzeugen pro Jahr.»

--

Methode: Die Mobilitäts-Umfrage wurde im Auftrag von comparis.ch durch das Marktforschungsinstitut Innofact AG im Februar 2018 bei 1’016 Personen in allen Landesteilen durchgeführt und ist repräsentativ für die Schweizer Bevölkerung.