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Harte Konkurrenz für Nestlés Maggi-Produkte in Afrika

Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé sieht sich auf dem afrikanischen Kontinent einem harten Konkurrenzkampf ausgesetzt. In zahlreichen Ländern investieren Unternehmen immer mehr in Produkte, die vor allem den Maggi-Bouillon-Würfel konkurrenzieren.

Bouillon-Marken in Afrika tragen klingende Namen wie: Jumbo, Joker, Tak, Mami, Dior, Tem Tem, Sossa, Doli oder Mimido. Im westafrikanischen Senegal machen sieben Firmen Nestlé den Markt streitig. Sie produzieren Suppen in Würfelform, flüssig und als Pulver.

Und sie beliefern nicht nur Senegal, sondern mehrere andere Länder in Westafrika, darunter Guinea, Mali, Gambia, Guinea Bissau, Niger und Burkina Faso. Die Herstellung von kulinarischen Produkten ist in Senegal zu einem Wirtschaftszweig mit einem Jahresumsatz von 150 Milliarden CFA-Francs (rund 270 Millionen Franken) gewachsen.

Geheime Gewürze

Die Branche produziere 75'000 Tonnen jährlich. Es seien 30'000 Arbeitsplätze entstanden, erklärt Issa Wade gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Wade ist im senegalesischen Handelsministerium zuständig für Konsum und Konsumentenschutz. Nestlé ist in Senegal hinter Patisen die Nummer zwei. Das senegalesische Unternehmen beschäftigt 3000 Personen.

Auch im zentralafrikanischen Kamerun stehen die Maggi-Produkte im Wettbewerb mit einem lokalen Hersteller. Keuni Foods, 2013 von einer jungen Kamerunerin gegründet, ist ebenfalls im Bouillon-Markt aktiv und der Gegner ist klar.

Die Eigenmarke "Secret Spices" (geheime Gewürze) wurde mit dem Slogan beworben: "Vergesst Nestlés Maggi-Würfel. Hier sind die geheimen Gewürze". Zuvor hatte bereits die Firma Foodis die in China produzierten Suppenwürfel Jumbo auf den kamerunischen Markt gebracht.

Nestlé nicht beunruhigt

All diese Konkurrenz beunruhigt den Schweizer Nahrungsmittelriesen nicht. Im Gegenteil: Der Wettbewerb helfe Nestlé dabei, die Bedürfnisse der afrikanischen Konsumentinnen und Konsumenten noch besser zu verstehen, hiess es auf Anfrage beim Nestlé-Sitz in Nairobi. Der Schweizer Konzern überprüfe ständig seine Präsenz auf dem afrikanischen Markt.

Und diese Präsenz begann vor 90 Jahren. Heute zählt Nestlé in Afrika 27 Fabriken und zahlreiche Verteilungs- und Verwaltungszentren. Im Jahr 2016 habe Nestlé in West- und Zentralafrika 65 Milliarden Suppenwürfel verkauft.

Und das Unternehmen, das über 11'500 Angestellte in Afrika zählt, wachse weiter, sagte Dominique Allier, der für die Region verantwortliche Generaldirektor mit Sitz in Ghanas Hauptstadt Accra.