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Mehr als 300'000 Cholera-Infektionen im Jemen

Die Zahl der Cholerafälle im Jemen ist auf mehr als 300'000 gestiegen. Das teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) am Montag in Genf mit. Es warnte davor, dass die Epidemie "ausser Kontrolle" gerate. Bereits "mehr als 1600" Menschen seien bereits an der Krankheit gestorben.

Die Durchfallerkrankung breite sich noch schneller aus als erwartet. Erschwert werde die Situation, weil viele Ärzte, Krankenschwestern und andere Helfer seit rund zehn Monaten nicht bezahlt würden.

Cholera wird von Bakterien verursacht, ruft starken Durchfall und Erbrechen hervor und ist besonders für Kinder, Alte und Kranke lebensbedrohlich.

Schiitische Huthi-Rebellen kämpfen im Jemen seit Anfang 2015 gegen Truppen des Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi. Seit März 2015 fliegt eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition Luftangriffe gegen mutmassliche Stellungen der Rebellen. Durch den Konflikt gab es rund 8000 Tote und 45'000 Verletzte.

Die humanitäre Situation in dem bitterarmen Land ist katastrophal. Gesundheits-, Wasserversorgungs- und Abwassersysteme des Landes sind weitgehend zusammengebrochen. Mehr als die Hälfte der medizinischen Einrichtungen ist geschlossen. So kann sich die eigentlich leicht zu behandelnde Cholera rasch ausbreiten.