Auch Kastanienblüten können Allergien auslösen. ©keystone
Auch Kastanienblüten können Allergien auslösen. ©keystone
  • Binci Heeb
  • Aktualisiert am

Unmittelbar nach dem Eis: der Pollenalarm hat die Region Basel im Würgegriff

Schon seit Januar leiden sie, die Pollenallergiker. Dabei ist der Winter eigentlich ihre liebste Jahreszeit. Auch wenn man es nach den sibirischen Temperaturen der vergangenen Tage nicht glauben mag, war der bisherige Winter überdurchschnittlich warm.

Der Januar 2018 war sogar der wärmste seit Messbeginn. Zum Leidwesen vieler Heuschnupfenallergiker – 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung leiden unter einer Pollenallergie - blühten die ersten Pflanzen schon rund drei Wochen früher als sonst. Besonders zu schaffen machen ihnen vor allem Hasel- oder Erlenpollen.

Starke Pollenbelastung 

Gemäss «aha! Allergiezentrum Schweiz» ist die Gesamtpollenbelastung in der Region Basel am heutigen Montag bei Hasel und Erle sogar «stark» und bei der Pappel «schwach». Seit dem Wochenende und trotz des Risikos auf zeitweilige Regenschauer in den nächsten Tagen ermöglicht die milde Meeresluft eine deutliche Freisetzung der Pollen.

Besonders viele Heuschnupfengeplagte reagieren auf Haselpollen. ©keystone

  

Die Symptome

Als Allergiker kennt man die Symptome nur all zu gut. Sie gehen von tränenden und juckenden Augen, Schnupfen, verstopfter Nase, verschlechterter Atmung durch die Nase zu brennendem oder juckenden Gaumen bis hin zu Müdigkeit und Schlafstörungen. Wem diese Symptome zum ersten Mal auffallen, tut gut daran, sofort den Hausarzt aufzusuchen.

Desensibilisierung: ein langwieriges Unterfangen

Es gibt zwar eine Therapie gegen die lästige Pollenallergie, doch diese dauert einige Jahre. Eine Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung genannt, welche den meisten Patienten eine Linderung der Symptome bringen kann, erstreckt sich über ganze drei bis fünf Jahre. Es gibt zwei Formen der Therapie. Bei der ersten, eine vier bis fünf Monate dauernden Therapie, gibt sich der Patient täglich eine Pollenallergenlösung unter die Zunge. Bei der zweiten Variante spritzt der Arzt die Lösung unter die Haut. Es wird empfohlen mit der Desensibilisierung zwei bis vier Monate vor der Beschwerdezeit zu beginnen.

Was hilft?

Kurzfristige Hilfe bieten Nasen-Gels oder Pollenschutzsalben, die Pollen von den Schleimhäuten fernhalten. Doch oft helfen nur Glukokortikoide (Cortison) und Antihistamine. Nach einem Aufenthalt an der frischen Luft ist die Nase oft voll von Pollen. Um diese loszuwerden, hilft es, die Nase mit einer Kochsalzlösung zu spülen. Auch eine homöopathische Behandlung kann helfen. Damit nicht nur die akuten Beschwerden behandelt werden können, ist es sinnvoll, die Behandlung nicht erst im Frühjahr zu beginnen. Oft sollte man also schon beim Weihnachtsgeschenke-Kauf daran denken, die Behandlung zu beginnen.

Tipps und Tricks für zu Hause

  • Die Fenster lassen Pollenallergiker am besten geschlossen oder man bringt einen Pollenfilter an den zu öffnenden Fenstern an. Weil die pollenärmste Zeit in der Stadt morgens zwischen 6 und 8 Uhr liegt, am besten nicht tagsüber lüften. Auf dem Land am besten erst abends zwischen 19 Uhr und Mitternacht.
  • Die Wäsche nicht im Freien trocknen.
  • Strassenkleider nicht im Schlafzimmer ausziehen und dort belassen. Vor dem zu Bett gehen, die Haare waschen.
  • Papiertaschentücher nicht mehrmals benutzen.

Keine Pollenallergie, höchstens Frostbeulen kann man sich in der russischen Forschungsstation Wostok im Wilkesland in der Ostantarktis holen, dort herrschen heute Temperaturen zwischen minus 54 und 62 Grad Celsius. 

Aktuelle Pollenwerte finden Sie hier

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