© Müller Palermo
© Müller Palermo
  • Christine Staehelin

Auf einen Rundgang durch das kreative Kleinbasel

Kreativität ist in Basel vorhanden, mehr als genug. Und auch kreative Orte. Diesen Donnerstag lädt das Matthäusquartier dazu ein, hinter die Kulissen seiner kreativen Unternehmen zu blicken. Dahinter steht der Verband der Kreativwirtschaft Basel (KreaB). 

In drei Jahren können sich viele Dinge ändern, oder eben auch nicht nicht: Als Stadtentwickler Thomas Kessler vor drei Jahren die Kreativwirtschaft als förderungswürdigen Wirtschaftszweig entdeckte und die Regierung Gelder zur Förderung dieser Kreativwirtschaft bereitgestellt hatte, hofften die Kreativen, dass sich viel ändern würde.

Der Vorstand des Verbandes Kreativwirtschaft Basel. 

Doch nach drei Jahren Laufzeit war klar: Die «Initiative Kreativwirtschaft Basel IKB» konnte keine konkreten Erfolge vorweisen und wurde abgebrochen. Zwar redete man damals noch von einer reduzierten Weiterführung der Initiative. Darum nahmen einige Vertreter des kreativen Handwerkes die Zügel selbst in die Hand und trafen sich im Frühling 2016. Aus dieser Sitzung entstand der Verband der Kreativwirtschaft Basel (KreaB), mit dem Ziel, diese zu fördern. «Wir sind davon überzeugt, dass Sichtbarkeit und Vernetzung sehr elementare Aspekte für kreative Unternehmungen sind. Und diese wollen wir über die einzelne Sparte hinweg fördern», sagt Christoph Schnee, Co-Präsident des Verbandes. Unterstützung hat der Verband in der Christoph Merian Stiftung gefunden.

Der Austausch steht im Zentrum

Damit dieses Ziel erreicht wird, unternimmt der Verband diesen Donnerstag einen ersten Schritt und lädt zum Tag der offenen Türe, rund um die Bärenfelserstrasse, ein. Ab 16 Uhr gibt es fünfzehn verschiedene Unternehmen zu entdecken: Neben der «Glasmenagerie» der Glasbäslerin und Künstlerin Marianne Kohler, öffnen die Buchhandlungen «Müller Palermo» und «Kosmos» ebenfalls die Türen. Auch die Lederwerkstatt «Rehovot», die seit 1987 Asylsuchend beschäftigt sowie die Möbeldesign-Werkstatt «Kunotechnik» machen bei der «Tour de Création» mit. Dies ist jedoch nur eine kleine Auswahl, der sechzehn beteiligten Künstler, Handwerker und Kreativen.

Für den Verein KreaB ist es wichtig, dass die Mitglieder von diesem Anlass profitieren können, indem sie die Möglichkeit haben, ihr Netzwerk zu erweitern. Für den Verband stehen die Unternehmen in Vordergrund: «In erster Linie haben wir die Erwartung, dass die teilnehmenden Ateliers es gut finden. Denn diese haben die meiste Arbeit», erklärt Christoph Schnee. «Und wir würden uns selbstverständlich über einen regen Austausch der Teilnehmer untereinander, aber auch mit den Besuchern freuen.»

Quasi zum Zvieri können Interessierte durch das Quartier spazieren und die Kreativ-Ateliers entdecken, eine Stunde später stellt sich der Verband vor. Um acht Uhr schliessen die Ateliers und unter freiem Himmel gibt es ein gemeinsames Abendessen. Dass der Verband das Quartier um die Bärenfelserstrasse ausgesucht hat, sei kein Zufall, so Christoph Schnee. Denn einige der Gründungsmitglieder wohnen im Quartier und sind so gut vernetzt. Auch wenn dieser Anlass noch nicht einmal über die Bühne ist, blickt der Verein KreaB schon weiter in die Zukunft. «Wir haben schon Ideen für die nächste Tour und dann werden wir uns sicherlich auf etwas ungewöhnlicheres Terrain wagen», freut sich Christoph Schnee. 

Das Programm der «Tour de Création» finden Sie hier