Ali Cöcel gründete mit 18 Jahren sein eigenes Unternehmen © barfi.ch
Ali Cöcel gründete mit 18 Jahren sein eigenes Unternehmen © barfi.ch
  • Christine Staehelin
  • Aktualisiert am

Frenkendörfer erhält Swiss Economic Forum-Preis: «Ich kaufte mit zwölf Jahren meine erste Aktie»

Es ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Ali Cöcel, 24 Jahre jung und aus Frenkendorf, ist Geschäftsleiter der Reinigungsfirma «Top Menage Cöcel GmbH» sowie Verwaltungsrat und Gründungsmitglied der Softwarefirma HosPush. Heute erhält er den Niesen Bergpreis des Swiss Economic Forums. 

Das unternehmerische Flair zeigte sich bei Ali Cöcel schon früh. «Mit zwölf Jahren habe ich die erste Aktie gekauft», erzählt er. «Die Bankangestellten hatten es bei meinem Anruf zum ersten Mal mit einem Zwölfjährigen zu tun, der ein Depot eröffnen wollte». Mit der schriftlichen Einwilligung der Eltern kaufte er zwei Aktien. «Ich wollte mein Portemonnaie aufstocken und Aktien schienen mir eine gute Möglichkeit». Schon von klein auf sei er vom Bankenwesen fasziniert gewesen. «Als ich noch klein war, mussten meine Eltern jeweils die Bankenwerbung auf Video aufnehmen und zum Essen abspielen. Ohne diese Werbung ass ich nicht», sagt er und lacht.

Der Jungunternehmer mit abgeschlossener UBS-Lehre hat einen beeindruckenden Lebenslauf, Mit 18 Jahren macht er sich mit der eigenen Reinigungsfirma Top Ménage selbstständig. «Während der Lehrabschlussprüfung habe ich mein erstes Unternehmen gegründet», erinnert sich Ali Cöcel heute. Es sei verrückt gewesen, habe sich aber gelohnt. Zwei Jahre nach Gründung konnte er bereits zehn Mitarbeitende beschäftigen und den Service ausbauen. Heute, acht Jahre später, beschäftigt er bereits rund 70 Mitarbeiter und schmiedet weitere Ausbaupläne.

Ein Glückstag

«Der Niesen Bergpreis macht mir einfach Freude», sagt Ali Cöcel. Ein ehemaliger Vorgesetzter der UBS habe ihn dafür vorgeschlagen. Er wurde zum Gespräch eingeladen und zwei Wochen später kam der Anruf mit der frohen Botschaft, dass er den Niesen Bergpreis 2018 in Empfang nehmen dürfe. «Es war ein regelrechter Glückstag», sagt er. «Es war während eines Workshops als ich den Anruf erhielt. Am gleichen Tag erhielten wir noch einen grossen Auftrag. Es war super». Der Jungunternehmer sieht den Preis als Auszeichnung für die Firma. «Wir schaffen Arbeitsplätze und tragen etwas zur Wirtschaft bei».

Lange Tage und grosse Pläne

Ali Cöcel hat viel Zeit und Herzblut investiert, für sein Unternehmen arbeitet er zwischen zwölf und vierzehn Stunden. «Mein Job macht mir Spass», sagt er. Daher könne er sich auch für die langen Arbeitstage motivieren. «Ich möchte etwas machen und etwas bewirken». Wenn er dann zuhause ist, gibt es ein einfaches Nachtessen. Seit Kurzem wohnt Ali Cöcel wieder dort, wo er aufgewachsen ist, in Frenkendorf. «Meine Kollegen kommen am Abend vorbei, ohne grosse Anmeldung. Das ist cool und lässt mich abschalten».

Der Frenkendörfer Unternehmer möchte sein Unternehmen bis 2024 in der gesamten Deutschschweiz etablieren. «Wir möchten ein Netz mit kleinen und mittelständischen Unternehmen aufbauen, die an uns angeschlossen sind. Die Infrastruktur und das Know-how beziehen sie von uns, arbeiten aber eigenständig».

Ein anderer Traum, den sich Ali Cöcel noch unbedingt verwirklichen möchte, ist eine Autowaschanlage. «Es soll eine Waschanlage mit Premium Service geben. Einen Ort, wo man das Auto waschen lassen, aber auch Kaffee in einer eleganten Umgebung geniessen kann». Was in Zürich bereits gut funktioniert, könnte die nächste Erfolgsgeschichte von Ali Cöcel aus Frenkendorf werden.

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