• Nathan Leuenberger
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Muss man unbedingt gesehen haben: die Mäss als Totentanz

Statt Zuckerwatte gibts Totenbeinchen. Statt ins Putschauto steigen die Besucher in den Sarg. Der neueste Herbstmesseplatz klingt makaber, ist aber sehr unterhaltsam.

Wie bunt darf man es mit dem Thema «Tod» treiben? Geht es nach dem Künstlerpaar Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger scheinbar sehr. Sie haben einen Marktidee konzipiert, welche noch dieses Wochenende zu erleben ist. Auf dem Totentanz tummeln sich momentan 19 Marktstände, welche sich alle mit dem Thema «Tod» beschäftigen. Ja, auf Papier klingt dies sehr makaber, in der Realität ist es jedoch sehr unterhaltsam und vor allem sehenswert. Die Grundidee der Künstler: Zwei Urgesteine der Basler Kultur miteinander zu verbinden. Denn sowohl der Totentanz, wie auch die Herbstmesse haben ihre Wurzeln im Mittelalter. Ganz so düster wie diese Zeitspanne ist es auf dem Totentanz zum Glück aber heute nicht.

Beim Eintreffen wird den Besuchern empfohlen, einen Abstecher zur «Knochenbank» zu machen, bei welcher Schweizer Franken in kleine Knochen umgetauscht werden. Knochen sind die bevorzugte Währung der anwesenden Marktleute. Viel Geld muss nicht umgetauscht werden, denn der Totentanzmarkt ist sehr preiswert.

Viel Vergnügen für ein Säckchen Knochen

Die frisch erhaltene Währung kann an den abwechslungsreichen Ständen gegen Dienste und Waren eingetauscht werden. So wartet zum Beispiel in einer der Hütten ein netter Herr in weissem Anzug, der den Passanten eine «Todesversicherung» verkaufen möchte. Für einen Knochen kann man eine solche erstehen, für zwei Knochen gibt es sogar ein Beratungsgespräch. Die Illusion perfektioniert der weisse Versicherungshengst, indem er als erstes den Interessierten einen «Sargnagel», also eine Zigarette, anbietet. Das ausgefüllte Versicherungsformular darf dann mit nach Hause genommen werden.

Ebenfalls für zwei Knochen kann man in einem Zelt einen Blick in die Zukunft werfen mit einem Wahrsager. Hier wird versprochen, dass es sich dabei nicht um einen zwielichtigen Janrmarktwahrsager handelt, der auf der Suche nach ahnungslosen Opfern mit dicken Brieftaschen ist. Der viertelstündige Zukunftsblick entpuppt sich als unterhaltsam und spannend – für zwei Knochen ist er zudem fast geschenkt.

Wer dem Verhungern nahe ist, schaut am besten beim Marktbäcker vorbei. Dieser verkauft vor Ort Waren wie Totenbeinchen und andere Leckereien. Auch verschiedene Schokoladekreationen liegen auf dem Servierteller bereit.

Zudem bietet der Markt auch Attraktionen an, die nichts kosten. Sehr zu empfehlen ist sich dabei einmal die «Radieschen von unten» anzusehen. Dafür legt man sich in einen waschechten Sarg. Viel mehr sei dazu nicht verraten, ausser dass im Sarg eine warme Bettflasche liegt, welche die Füsse schön warm hält.

Nächstes Jahr wieder?

Der Markt auf dem Totentanz können Interessierte nur noch dieses Wochenende besuchen. Bis jetzt sei es sehr gut gelaufen, verraten die Veranstalter vom «Verein Totentanz» gegenüber barfi.ch. Ob er nächstes Jahr nochmals durchgeführt wird, stehe noch in den Sternen. So weit in die Zukunft haben die Organisatoren nicht geplant. Sie seien jedoch beflügelt vom bisherigen Erfolg und hoffen, dass der Markt nicht dem Tod geweiht sei. Unser Tipp an den Verein: Konsultiert doch Euren Wahrsager.

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