Auf dem Karstlehrpfad im Kaltbrunnental © Baselland Tourismus
Auf dem Karstlehrpfad im Kaltbrunnental © Baselland Tourismus
  • Christine Staehelin

Nach Höhlen-Drama in Thailand: So gefährlich ist es in unserer Region

Seit gestern sind die 12 Buben und ihr Trainer nach ihrer dramatischen Rettung wieder zuhause. Hätte sich die Beinahe-Katastrophe auch bei uns ereignen können? Die Antwort ist ein klares Ja. Basels Umgebung ist reich an Höhlen, viele davon alles andere als harmlos. 

  

Doch Angst vor einem Besuch muss niemand haben, der den Ausflug ernst nimmt, gut vorbereitet und professionell begleitet ist. Höhlenspezialist Rolf Zimmerli weist gegenüber barfi.ch auf die Gefahren und Vorschriften hin.

Diese Geschichte bewegte die Welt: Es sollte nur ein kurzer, einstündiger Ausflug in eine Höhle im Gebirge Thailands werden. Nach einem Regeneinbruch kamen die zwölf 11-bis 17-jährigen «Wildschweine», so nennt sich ihr Fussballverein, und ihr Fussballtrainer nicht mehr aus der Höhle. Sie verharrten mehr als zwei Wochen in der Dunkelheit des unterirdischen Labyrinths «Tham Luang-Khun Nam Nang Non» im Norden des Landes. Bis Rettung eintraf und während mehreren Tagen unter Einsatz des eigenen Lebens die Befreiungsaktion abgeschlossen werden konnte. Der Rettungstaucher Saman Kunan kam dabei zu Tode.

Höhlen faszinieren, keine Frage. Besonders in der Ferienzeit sind Ausflüge in die kühlen Gruben begehrte Ziele. Gerade die Region Basel bietet dafür zahlreiche Optionen, längst nicht alle sind harmlos. Deshalb ist vor einem Besuch eine verantwortungsbewusste Planung nötig.

Nur 30 Minuten Fahrt in ein unterirdisches Paradies

Gerade einmal eine halbe Stunde mit dem Auto entfernt liegt der Karstlehrpfad. Er besticht mit Bächen, Quellen und auch Höhlen, selten gibt es in der Schweiz diese Erscheinungen auf so kleinem Raum. Ideal ist ein Ausflug dorthin zudem, weil auf einer Wanderung das Gebiet ohne grosse Anstrengung erkundet werden kann. 

Ungefährlich nur, wenn...

«Von einem Besuch ohne entsprechend ausgebildete Person wird abgeraten», sagt Rolf Zimmerli, Präsident des Vereins Karstlehrpfads. Immer wieder kommen vor allem Jugendliche in unangenehme Situationen. Ihr Abenteuergeist wird bei Ausflügen dieser Art geweckt, das ist alles andere als harmlos.

Da die Höhlen-Laien die potentiellen Gefahren nicht erkennen, ist es «sinnvoll, nur mit ausgebildeten Forschern eine Höhle zu erkunden», so Rolf Zimmerli. Kurze Besuche in eine Tiefe von bis zu fünfzehn Metern sollten keine grösseren Probleme darstellen. Doch auch hier kann es schnell zu sehr unangenehmen Überraschungen kommen. Vor allem in der Sommerzeit entstehen schnell und überraschend Gewitter, die in der Höhle zu Wassereinbrüchen führen. Wie bei der jungen Fussballmannschaft in Thailand, denen ebendies zum Verhängnis wurde.

Ausflüge in eine der zahlreichen Höhlen, sind auch in unserer Region keine Spaziergänge und entsprechend nötig ist die richtige Ausrüstung. Rolf Zimmerli betont: «Auch bei flachen Höhlen sind Helm und Neoprenanzug notwendig». Obwohl gesetzlich keine Meldepflicht besteht, wenn eine Höhle erkundet wird, rät der Höhlenexperte: «Aus Sicherheitsgründen sind immer Freunde oder Familienangehörige über den Besuch einer Höhle in Kenntnis zu setzen». 

Trotz allen Gefahren: Wenn ein Höhlenbesuch gut vorbereitet und professionell begleitet wird, ist das Entdecken dieser Welt einen Ausflug wert. Wer jedoch ohne den gebotenen Respekt losmarschiert, ist im Dreiländereck nicht weniger gefährdet als die Gruppe in Thailand.

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