©Juri Weiss / bs.ch
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Neues Medikament wirkt gegen zwei Formen von Multipler Sklerose

Ein neues Medikament gegen Multiple Sklerose (MS) vermindert die Zahl der Krankheitsschübe deutlich gegenüber der gängigen Behandlung mit Beta-Interferon. Ausserdem wirkt es als erstes Medikament auch gegen die stetig fortschreitende Form der Krankheit, berichtet ein internationales Forscherteam mit Beteiligung des Universitätsspitals Basel.

Bei dem neuen Medikament handelt es sich um den Antikörper Ocrelizumab, der von den Unternehmen Biogen und Roche-Tochter Genentech entwickelt wurde. Die vielversprechenden Ergebnisse aus zwei klinischen Phase 3-Studien sind nun im Fachblatt "New England Journal of Medicine" erschienen, teilte das Unispital Basel am Donnerstag mit.

In den Studien wurde die Wirksamkeit des Antikörpers bei jeweils 700 Patientinnen und Patienten mit zwei verschiedenen Verlaufsformen von MS geprüft: der schubartigen und der stetig fortschreitenden ("primär progredient" genannt). Dabei wurde die neue Antikörper-Therapie mit dem gängigen Medikament Beta-Interferon beziehungsweise einem Placebo verglichen.

Verzögert das Fortschreiten

"Bei der schubförmigen MS ist Ocrelizumab hochwirksam und Interferon beta-1A deutlich überlegen", fasste Ludwig Kappos vom Universitätsspital Basel, einer der drei Studienleiter, die Studienergebnisse in der Mitteilung zusammen. "Bei der primär progredienten MS hat mit Ocrelizumab erstmals überhaupt ein Medikament eine Wirkung erzielt und das Fortschreiten der Behinderung verzögert"

Bei der schubartigen Form von MS verringerte Ocrelizumab die Zahl der Schübe den Ergebnissen zufolge um 45 Prozent im Vergleich mit der Behandlung mit Interferon. Auch die für die Krankheit typischen Entzündungsherde im Gehirn waren mit Ocrelizumab um 90 Prozent reduziert gegenüber der Interferon-Therapie.

Gegen die stetig fortschreitende Verlaufsform gibt es bisher keine zugelassenen Medikamente. Mit dem neuen Antikörper liess sich das Fortschreiten der durch MS ausgelösten Behinderung verzögern. Das Medikament habe sich insgesamt als gut verträglich herausgestellt, schrieb das Spital, allerdings müssten weitere Studien zur Langzeitsicherheit folgen. In den USA läuft derzeit ein beschleunigtes Prüfverfahren für das neue MS-Medikament.

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