Symbolbild: Keystone
Symbolbild: Keystone
  • mm / barfi
  • Aktualisiert am

Roche-MS-Medikament Ocrevus erhält Zulassung in der Schweiz

Der Pharmakonzern Roche hat für sein Multiple-Sklerose-Medikament Ocrevus die Zulassung in der Schweiz erhalten. Dabei handelt es sich um die erste in Europa. Mit dem Mittel dürfen in der Schweiz nun primär progrediente und schubförmige MS behandelt werden.

Die Schweizerische Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Heilmittel (Swissmedic) erteilte die Zulassung, wie Roche am Donnerstag mitteilte. Dabei sei Ocrevus das erste und einzige zugelassene Medikament für Patienten mit primär progredienter multipler Sklerose (PPMS).

MS ist eine chronische, bisher unheilbare Krankheit. Durch eine Fehlfunktion im Immunsystem entzündet sich das Nervensystem. Diese Nervenschädigung schlägt sich in Symptomen wie Muskelschwäche, Erschöpfung und Sehstörungen nieder rund führt letztlich zu Behinderungen.

PPMS ist eine schwerwiegende MS-Form, bei der die Krankheit kontinuierlich fortschreitet und keine akute Schübe oder Phasen mit nachlassenden Symptomen auftreten. Die Behinderung schreitet laut Roche hier doppelt so schnell voran wie bei der aktiven schubförmigen multiplen Sklerose (RMS).

Ocrevus verzögere das Fortschreiten der Behinderung bei den betroffenen Patienten nachweislich, schreibt der Pharmakonzern. In der Schweiz leiden laut Mitteilung fast 15'000 Menschen an MS, rund 15 Prozent davon an PPMS. Ocrevus wird alle sechs Monate als intravenöse Fusion verabreicht.

Ocrevus ist dieses Jahr bereits in Nordamerika, Südamerika, im Nahen Osten und Osteuropa sowie in Australien zugelassen worden. In über 50 Ländern werden derzeit noch Zulassungsgesuche geprüft. Für Roche ist das Medikamenten einer der grossen Hoffnungsträger. Es soll künftige Umsatzrückgänge der Krebsmittel Rituxan, Avastin und Herceptin wettmachen, bei denen der Patentschutz ausläuft.

In der ersten Jahreshälfte setzte Roche mit Ocrevus 192 Millionen Franken um. Das Mittel war damit einer der wesentlichen Wachstumstreiber - wobei es erst im April in den USA zugelassen wurde. Analysten hatten sich damals vom "raketenartigen Start" des Medikaments überrascht gezeigt.

Im Interview mit barfi.ch erzählt Professor Ludwig Kappos, Chefarzt der Neurologischen Klinik und Poliklinik am Universitätsspital Basel über wichtige Fortschritte in der Behandlung von Multiple Sklerose.