• Andy Strässle
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Von wegen «Dr Stegger zieh»: Basler Regierung sorgt für Strom im Joggeli

Die FCB-Fans wollen der Playstation den Saft abdrehen und die Basler Regierung musste sich um den Stromausfall im Joggeli kümmern. Jetzt ist klar: Weder im Stadion noch bei den Gamern wird der Stecker gezogen.

Viele FCB-Fans tun es sicher auch: Sie zocken Fifa auf der Playstation. Aber trotzdem sind sie auch nostalgisch und forderten den Club auf, der E-Sports-Abteilung den «Stecker zu ziehen». Als es dann im Joggeli vor dem Heimspiel gegen den FC Zürich prompt zu einem Stromausfall kam, war die Verwirrung auf der Redaktion eines Nachrichtenportals perfekt. Es folgte die vermeintliche Enthüllung, es seien die Anhänger von rotblau gewesen, die im Stadion an diesem Samstagabend früh im März den Stecker gezogen hatten. Das war natürlich nicht so, dennoch zeigt sich SP-Grossrat Stephan Luethi-Bruederlin besorgt. Er fragt die Regierung, ob Licht und Wärme im Altersheim garantiert seien: «Ist die Versorgung mit Strom, damit mit Licht und Wärme im integrierten Alterszentrum, für Notfälle garantiert? Einkaufszentrum und Fussballstadion sind ja gewissermassen Nebenschauplätze bezüglich absolut lebenswichtiger Aspekte».

Problem liegt vor

Der Grossrat bemängelt auch die Informationspolitik an diesem Abend, das klingt dann so: «Ab 18.30 Uhr lag ein Problem vor. Spätestens ab 18.45 Uhr war klar, dass das Fussballspiel zwischen Basel und Zürich nicht um 19.00 Uhr stattfinden wird. Da hätte zwingend eine unmissverständliche Botschaft an die in der relativen Kälte des Stadionrunds Sitzenden erfolgen müssen. Auch ohne Strom.» Luethi-Brüderlin hat auch eine Lösung bereit, man solle sich doch auf die menschliche Stimme verlassen: «All das wäre ohne Strom möglich gewesen, nur mit <Human Power>, sprich der menschlichen, unverstärkten Stimme.»

Für den Parlamentarier haben die Abklärungen zur Ursache des Stromausfalls zu lange gedauert. Er schreibt, «über längere Zeit habe keine Klarheit geherrscht». Mittlerweile kennt man den Grund genau. Es habe sich um einen «Isolationsschaden» auf einer Stromschiene gehandelt, woraufhin es einen Kurzschluss gegeben habe und das automatische «korrekterweise» Abschalten des Stromes. Immerhin haben die E-Sportler noch Strom. Trotzdem will Luethi-Brüderlin von der Basler Regierung wissen, ob etwas getan wird, damit der Strom nicht wieder ausfällt: «Taugen die Notfallkonzepte und wo besteht Verbesserungspotenzial, wie kann die Regierung, respektive die betreffenden Verwaltungsbereiche, hier Einfluss geltend machen?»

Zusätzliches Stromaggregat

Während die Regierung darauf hinweist, dass Stadion, Altersresidenz und Einkaufszentrum privat betrieben würden, gibt sie sich auch streng: «Aus feuerpolizeilicher Sicht ist ein Ausfall der Sicherheitsversorgung sowohl im Stadion wie auch in den angrenzenden Nutzungen wie Altersresidenz, Einkaufszentrum und Parking nicht akzeptabel. Fluchtwegkennzeichnungen, Fluchtwegbeleuchtung und die Möglichkeit, wichtige Durchsagen oder eine Aufforderung zur Evakuation weiterzugeben, müssen an einer unabhängigen Sicherheitsstromversorgung angeschlossen sein.»

Dazu sei klar, dass gleich etwas geschehen muss: «Als Sofortmassnahmen wurde umgehend ein zusätzliches Stromaggregat eingerichtet, welches die Sicherheitsstromversorgung dauernd gewährleisten kann. Im Weiteren hat die Stadionbetreiberin organisatorische Verbesserungen vorgenommen. Die Feuerpolizei der Gebäudeversicherung Basel-Stadt wird die Massnahmenentwicklung begleiten und abschliessend überprüfen.» So sind wir guter Dinge: Die Regierung sorgt für Strom im Stadion und FCB-Präsident will seinen Gamern auch nicht den Stecker ziehen.

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