Nicht nur schön grün: der Pollenflug der Fichte taucht macht alles gelb. ©Simon A. Eugster / commons.wikimedia.org
Nicht nur schön grün: der Pollenflug der Fichte taucht macht alles gelb. ©Simon A. Eugster / commons.wikimedia.org
  • Binci Heeb
  • Aktualisiert am

Das grün-rote Basel ist gelb: Blütenpollen Explosion

Sie bedecken Autos, Strassen und Dächer in grossen Teilen der Schweiz und auch in Basel ist die diesjährige Blütenstaub-Flut gewaltig.

Ein besonders starker Pollenflug konnte die letzten Tage in der Region Basel beobachtet werden, wie die Basler Stadtgärtnerei auf Anfrage von barfi.ch bestätigt. Die Verantwortung dafür trägt Petrus. Nach einer längeren Kälteperiode wurde es im April plötzlich warm und viele Pflanzen blühten gleichzeitig auf. Hinzu kam, die sehr trockene und windig Witterung. Für einmal ist es also nicht Saharastaub, der neben Autos und Strassen auch Balkone und die an der Luft trocknende Wäsche bedeckt, sondern Blütenstaub. Aber welche Bäume sind dafür verantwortlich? 

Schuld ist die Fichte 

Allen voran sind die Fichten der Wälder sowie in den Basler Grünanlagen Schuld an der gelben Blütenplage. Kein Winkel ist vor dem feinen Staub gefeit, er ist überall verteilt, lässt manch verzweifelnde Hausfrau den feuchten Lappen nicht mehr aus der Hand legen. Fichten-Pollen sind mit 80 bis 130 Mikrometern viel grösser als zum Beispiel ihre Kollegen der Birke, sie messen nur 20 Mikrometer. Dass Fichtenpollen selber als nicht allergen gelten, mag die vielen Allergiker lediglich bis zum ersten Atemzug im Freien freuen. Denn die an sich harmlosen Fichtenpollen mischen sich mit anderen, zum Beispiel von der Birke, Eiche, Birke oder Platane. Entsprechend ist die Wirkung.

Immer mehr Heuschnupfenpatienten?

Seit Wochen schon sind überall niesende Menschen mit tränenden Augen zu sehen, oder gerade in den öffentlichen Verkehrsmitteln auch zu hören. Obwohl man das Gefühl hat, dass mittlerweile jeder Zweite an Heuschnupfen leide und die Zahl der Betroffenen sich explosionsartig vermehre, trügt der Schein. «In den Industrienationen sind die Zahlen in den letzten Jahren mit 15 bis 20 Prozent der Erwachsenen auf hohem Niveau stabil geblieben», sagt Professor Andreas Bircher, Leiter Allergologie des Universitätsspitals Basel gegenüber barfi.ch. Dabei seien ca. 30 Prozent der Erwachsenen sensibilisiert, davon leidet jedoch nur etwa jeder zweite an Beschwerden durch Pollen. 

Pollenallergie, was nun?

Am besten ist es natürlich, die Pollen zu meiden, doch das ist einfacher gesagt als getan. Neben der Anwendung antiallergischer Medikamente wird die spezifische Immuntherapie oder Desensibilisierung als langfristige Massnahme von den Ärzten angewendet und empfohlen. Sie wird üblicherweise über drei Jahre durchgeführt und muss je nach Pollen und Patient bereits im Herbst oder Winter begonnen werden. 

Was aber das Einfärben unserer Stadt mit grellem Gelb betrifft, sind für einmal nicht nur die Pollenallergiker betroffen, sondern alle Baslerinnen und Basler. Es sind die Fichten, die dies richten.

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