Felicia Schäfer, Lea Gessler und Leon Heinz vor der neuen Bäckerei KULT
Felicia Schäfer, Lea Gessler und Leon Heinz vor der neuen Bäckerei KULT
  • barfi
  • Aktualisiert am

Gastronautischer Neuanfang in Basels ältester Bäckerei

Lust auf Schinkengipfeli mit Kapern oder Feigenkuchen mit Rosmarin? Die Impronauten kennen wir vom Theater. Aus der Kulinarik die Gastronauten. Im Gründungsmanifest der „Internationalen Gastronautischen Gesellschaft“ ist unter anderem zu lesen, dass die Nahrung und Ernährung ein Gut ist, welches karikiert, erforscht und erobert wird. Es kein Leben ohne Essen gibt, das in allem innewohnt. Die Lebendigkeit und Vielfalt des Essens sichtbar gemacht wird. Und das oberste Ziel die Erschaffung einer Kultur sei, die lebendig ernährt und nahrhaft lebt. So schreiben es die Gastronauten-Mitgründer Leon Heinz und Felicia Schäfer. Beide haben postindustrielles Design am Hyperwerk in Basel studiert.

Wer ist KULT?

Lea Gessler, Leon Heinz und Felicia Schäfer

Mit Lea Gessler haben sie sich eine junge Theater- und Literaturwissenschaftlerin, die sich als Köchin und Bäckerin in den letzten Jahren in Paris in der Buvette Gastrothèque die Sporen abverdient hat, für ein neues Projekt ins Boot geholt. Bäckerei KULT heisst dieses und befindet sich in einem Altstadthaus an der Riehentorstrasse 18 im Kleinbasel. An diesem Ort wird bereits seit 300 Jahren gebacken. Zusammen mit einer befreundeten jungen Werbeagentur wurden Name und Erscheinungsbild entwickelt.  

Was ist KULT?

Mit der Bäckerei wollen Leon, Felicia und Lea eine lebendige Debatte mit und über Nahrung führen und Forschung rund um das Essen betreiben. Über die Sättigung hinaus. Ihre Arbeit als Gastronauten soll mit der Bäckerei in einem institutionellen Rahmen fortgesetzt werden. Klassiker sollen mit neuen Ideen vermischt und Aussergewöhnliches kreiert werden. In der Bäckerei KULT sollen auch Rezepte ausgetauscht und Anregungen von Kunden nicht nur übernommen, sondern auch ausprobiert werden.

Auch die Backstube soll offen sein und für Workshops und Seminare Platz bieten. Und auch der Fasnachtskeller soll nicht nur an drei Tagen im Jahr offen sein. Brot und Kuchen als Kultur- und Bildungsgut vermittelt werden.

Wie es dazu kam

Da die Bäckerei nicht gut lief und Anfang Juli sogar ganz geschlossen werden musste, betraute Bruno Kopp, der Eigentümer der Liegenschaft, Leon Heinz und Felicia Schäfer mit einem Beratermandat. Er kannte die Gastronautische Gesellschaft und wollte etwas Neues wagen. Eine Herausforderung, welcher die drei jungen Leute mit sehr viel Enthusiasmus begegnen. Die Bäckerei soll nicht nur so heissen, sondern auch Kult werden: eine Bäckerei mit Überraschungen. Ausser enem kleinen fixen Sortiment soll das Angebot oft wechseln. Man will saisonale Produkte anbieten. Wenn gerade Zwetschgenzeit ist, sollen Brote und Kuchen daraus hergestellt werden. Immer anzutreffen sein wird ein leckeres französisches Baguette.

Crowdfunding soll es möglich machen

Damit die Bäckerei Kult überhaupt loslegen kann wird heute ab ca. 18 Uhr im Netz die Seite „Wemakeit“ aufgeschaltet. Während 30 Tagen wird auf dieser Crowdfunding-Plattform Geld gesammelt. Auch verschiedene Stiftungen werden ab heute Abend für die Finanzierung angeschrieben. 30’000 Franken sollen so gesammelt werden. Weitere 30'000 werden von den Initianten selber beigesteuert. Das Projekt liesse sich nur mit dem Goodwill der Quartierbewohner finanzieren. Nach den 30 Tagen und einer kleinen Umbauphase soll die Bäckerei KULT dann im November eröffnen.

Wann findet der nächste gastronautische Anlass statt?

Am 3. Oktober 2015 um 19 Uhr und für 39 Franken findet bereits das 3. gastronautische Muschelessen statt. Versprochen wird ein Fest der Sinne und für den Gaumen am rauchenden Feuer. Wo der Anlass stattfinden wird, erfährt man, wenn man unter: reservation@gastronautischegesellschaft.org reserviert, dort Anzahl Personen und Handynummer angibt, damit man an diesem Datum die Informationen erhält.

Ob das benötige Geld innerhalb eines Monats zusammenkommen wird, wissen wir nicht. Auch nicht, ob ob die Bäckerei KULT auch Kult werden wird. Man mag es den drei Jungunternehmern aber von Herzen gönnen.