Bild:  unbekannt/ wikimedia.org
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  • Martin Stich
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Happy Birthday, St. Jakob-Park!

Auf den Tag genau vor 15 Jahren wurde der neue St. Jakob-Park eröffnet. Eine neue Ära in der Fussballgeschichte des FCB Basel, aber auch endgültiger Abschied vom „alte Joggeli“. Barfi.ch schaut zurück.

Jubel, Freude, Trauer, Leid, Neid, Wut, Unverständnis, wildes Gestikulieren, lautes Schreien. Und das alles in nicht einmal zwei Stunden, dann haben sich die Gemüter wieder beruhigt. Meist wenigstens. Das ist Fussball: Nirgends gehen die Emotionen so hoch wie im Fussballstadion. Eines allerdings, wie es kein Zweites gibt in der Schweiz, ist das Joggeli. Der heutige grosse Wurf stammt von Herzog & de Meuron, dem Architektenduo, um das uns die ganze Welt beneidet, doch es gab einen Vorgänger und ursprünglich spielte der FCB sogar im Kleinbasel. Begonnen hat alles in Nähe der Messe auf dem Landhof

Der Landhof, gute alte Zeit?

Der Landhof 

Für die Weltmeisterschaft von 1954 wurde zu St. Jakob ein neues Fussballstadion gebaut. Immerhin 6 WM-Spiele fanden damals in Basel statt. Doch FCB und Nationalmannschaft ist nicht dasselbe. Bis 1967 spielte Basel weiterhin auf dem Landhof, der bis zu 18'000 Zuschauern Platz bot. Mit den steigenden Zuschauerzahlen, ausgelöst durch den sportlichen Aufstieg unter dem neuen Spielertrainer Helmut Benthaus wurde ein Wechsel nötig und möglich. Das letzte Spiel im beschaulichen Landhof umgeben von Wohnhäusern machte der FC Basel im Herbst 1967 gegen Young Fellows Zürich, dabei gewann er mit 1:0 durch ein Tor von Otteli Demarmels.

Grosses Stadion, wenig Sitzplätze

Das “neue“ 1954 eröffnete St. Jakob-Stadion hatte eine Zuschauerkapazität von 54'828 . Bei voller Nutzung der überwiegenden Stehplätze, waren jedoch teilweise bis zu 60'000 Zuschauer vor Ort. Aus Sicherheits- und wirtschaftlichen Gründen wurde die Zahl dann aber auf 36'000 limitiert. Im 1. Joggeli feierte der FCB bis zum Abriss sieben Meistertitel und zwei Pokalsiege, den letzten Titel holte man 1980. Dann folgten die bitteren Jahre für den FCB, Tiefpunkt war 1988 der Abstieg. Schwamm drüber.

Scheinwerfer-Licht am Ende des Tunnels

1994 kam die Rückkehr in die oberste Liga. Doch schon lange zuvor, 1987 wurde über einen Stadion-Neubau diskutiert. Ein langes Hin und Her zwischen Stadiongenossenschaft und Kanton. Erst 1996 wurde die Sache konkret. Der letzte Auftritt des FC Basel im alten, 1.  Joggeli erfolgte im Dezember 1998, vor 34’745 Zuschauern verloren die Basler gegen den FC Lugano. Resultat: 1:3

Abriss und Neuanfang

Keystone

Bauarbeiten im neuen St.Jakob-Park, aufgenommen im März 2001. Bild: Keystone

Noch im gleichen Monat begannen die Abrissarbeiten, der Neubau dauerte Jahre. Unser FC Basel nutzte während der Bauzeit für seine Heimspiele die Schützenmatte. Am 15. März 2001 kam die Erlösung: Das Eröffnungsspiel des FC Basel im neuen St. Jakob-Park vor 33`433 Zuschauern gegen Lausanne-Sport. Es endete mit einem 0:0.

Offizielle Einweihungsfeier ohne Schiedsrichter

Die offizielle Einweihungsfeier fand allerdings erst am 7. September 2001 statt, ohne Fussball, aber viel Musik: Unter anderem mit einem Konzert von Bryan Adams und den Lovebugs.

Was auf die Eröffnung folgte, ist eine Erfolgsgeschichte im Schweizer Fussball, die unvergleichlich ist und andauert. Bei einer Stimmung wie nirgends so in unserem Land. Mitverantwortlich der perfekte Rahmen. In diesem Sinn herzliche Gratulation Joggeli und auf die nächsten 15 Jahre erfolgreichen Fussball.